Viele Menschen, die abnehmen möchten, stellen sich die Frage: “Wie hoch ist eigentlich der Fettanteil in meinem Körper?” Auch für Hochleistungssportler ist die Bestimmung der eigenen Körpermasse relevant. Über viele Jahre hinweg galt der Body-Mass-Index (BMI) als der zentrale Indikator zur Bestimmung der eigenen Körpermasse. Seit einiger Zeit gilt jedoch das Körperfett des Menschen als wesentlich besserer Indikator für den Ernährungs- und Fitnessstatus.
Der Body-Mass-Index lässt sich zwar anhand einer relativ einfachen mathematischen Formel berechnen, doch gibt er beispielsweise keinen Aufschluss über den Grad der körperlichen Fitness oder über den Prozentsatz der fettfreien Körpermasse. Weil Muskeln wesentlich dichter als Fettgewebe sind, weisen sie auch ein höheres Gewicht auf. Aus diesem Grund würden Personen, die regelmäßig Bodybuilding betreiben, laut BMI als stark übergewichtig gelten, obwohl ihr Körper gut trainiert ist und meist kein Gramm Fett zu viel aufweist.
Wesentlich besser lässt die genaue Zusammensetzung des menschlichen Körpers anhand einer Körperfettmessung bestimmen. Bei dieser Methode wird mittels verschiedener Analyseverfahren die genaue Zusammensetzung des Körpergewebes und im speziellen der Fettanteil im Körper ermittelt.
Messmethoden
In der Sportmedizin wird hierzu häufig der so genannte Caliper verwendet. Mit einer derartigen Körperfettzange wird an mehreren Stellen des Körpers die Dicke der Hautfalten bestimmt und daraus der gesamte Körperfettanteil errechnet. Die Caliper-Methode sollte nur von erfahrenen Medizinern angewendet werden.
Des Weiteren kann die Messung des Körperfettanteils ebenfalls über Infrarot erfolgen. Diese Methode wird in vielen Fitnessstudios und Arztpraxen bevorzugt angewendet. Während der Bestrahlung des Körpers mit Infrarot-Licht wird ermittelt, wie durchlässig das Gewebe für die Lichtstrahlen einer bestimmten Frequenz ist. Anhand dieser Angabe sind Rückschlüsse auf die Zusammensetzung des Körpergewebes möglich. Da bei dieser Messmethode vom Fettgehalt des Oberarms auf den gesamten Körper geschlossen wird, sind Ungenauigkeiten jedoch nicht ausgeschlossen.
Fettgehalt mit Körperfettwaage bestimmen
Eine besonders für den Heimgebrauch empfehlenswerte Methode ist die Ermittlung des Körperfettgehalts mit einer Körperfettwaage. Diese spezielle Art der Personenwaage misst anhand von Elektroden den Fettanteil im menschlichen Körper. Die Elektroden befinden sich auf der Standfläche der Waage und messen den Widerstand des Körpers bei elektrischen Signalen, die jedoch nicht spürbar sind. Viele der für den Privatgebrauch angebotenen Körperfettwaagen sind mit zusätzlichen Handgriffen ausgestattet. Diese Körperfettwaagen liefern in der Regel genauere Ergebnisse, da mehr Daten gemessen werden können.
Die Messung des Körperfettgehalts ist besonders geeignet für Personen, die abnehmen wollen. Nicht selten kommt es vor, dass sich trotz Diät und viel Sport das Körpergewicht nicht spürbar verändert, da viel Fett abgebaut, aber gleichzeitig Muskelmasse aufgebaut wird.
Wie viel Fett ist normal?
Für Männer ist ein Körperfettanteil zwischen 16 und 19 Prozent normal, bei Frauen sollte der Anteil von Fettgewebe im Körper idealerweise zwischen 23 und 27 Prozent liegen. Man sollte das Ergebnis der Körperfettmessung mit einem Heimgerät jedoch nicht überschätzen. Je nach Tageszeit kann der Fettanteil im Körpergewebe erheblichen Schwankungen unterliegen. Unmittelbar nach dem Sport ist der Fettanteil zum Beispiel höher, da der Körper Wasser verloren hat. Wer gerade gegessen oder etwas getrunken hat, bekommt in der Regel bessere Werte angezeigt.
Aus diesem Grund sollten die Messungen stets zur selben Tageszeit und unter identischen Bedingungen durchgeführt werden. Messen Sie regelmäßig, aber nicht zu oft – aufgrund der teils erheblichen Schwankungen führt zu häufiges Messen eher zur Verunsicherung als zu einem positiven Körpergefühl.